Pierre Favre Solo Poetry in Motion

Freitag 28. Oktober 2016 20:30 Uhr

Pierre Favre Solo

im Kulturhotel GUGGENHEIM

«In dem Tal, aus dem ich komme, ist der Himmel hoch und die Talsohle tief, und manchmal werden beide eins. Ein extremes Licht, wenn die Sonne scheint. Es kann aber auch stockfinster werden, wenn ein Gewitter aufzieht. Dann rumpelt es richtig.» erzählt Pierre Favre von seiner Heimatgemeinde Le Locle im Schweizer Jura. «Diese Landschaft hat mich geprägt – mehr als alles andere» Seine Solokonzerte führen ihn um die ganze Welt. Er hat mit Musikern aus Afrika, Indien, China, Korea und Brasilien gespielt, bleibt jedoch mit der europäischen Musik sehr verbunden. Der Meister der leisen Töne wird in die Ausstellung Klanggedichte zu Shivas kosmischem Tanz und zum Rhythmus des Universums zaubern.

Bei Pierre Favre findet sich von Anfang an eine persönliche musikalische Vision: die Vision des perkussiven Klangs und darüber hinaus einer orchestralen Perkussion – im selben Sinn, wie eine Sonate für Piano zu verstehen ist. In einem langen Prozess über die intensive Auseinandersetzung mit der Jazztradition, mit freier Improvisation zwischen Powerplay und differenzierter Auslotung von Schwingungen, durch die Beschäftigung mit anderen Kulturen und unterschiedlichen Verfahren des Komponierens hat er zu einer eigenen Musiksprache gefunden. «Er hat sich und uns neue Räume erschlossen, Räume, in denen wir tanzen und nachdenken können. Tanz und Turbulenz der Gedanken. Erinnerungen und Vergegenwärtigungen. Spiel mit der Zeit und den Zeiten.

Mit Pierre Favre auf den Spuren des Klanges. Der Perkussionist als Poet, der Schlagzeuger als Klangmaler, der Komponist als Geschichtenerzähler, der Improvisator als balancierender Artist auf dem Hochseil.»

sfr. 40.– / 35.– Alles Sitzplätze
Vorverkauf: starticket.ch

Kulturhotel GUGGENHEIM
LIESTAL (Schweiz)
Wasserturmplatz 6-7

Tel.:+41 61 534 00 02 –> Kulturhotel GUGGENHEIM

DrumSights
Pierre Favre „DrumSights”

• Markus Lauterburg: Drums, Percussion
• Valeria Zangger: Drums, Percussion
• Chris Jaeger: Drums, Percussion
• Pierre Favre: Drums, Percussion

Das Perkussionsensemble versammelt vier der besten Schlagzeuger der Schweiz. Auf höchstem Niveau zeigen die Musiker verschiedene Facetten komplexer Rhythmen und Strukturen. Dabei werden erstaunliche Klangbilder erzeugt. Ein spannendes Schlagzeugfestival, das mal von diesen, mal von jenen geprägt wird, ohne dass eine Figur allzu dominant wird. Die vier Schlagzeuger mit ihren durchaus unterschiedlichen Charakteren haben ihre höchst eigenwilligen Stile entwickelt. Einzigartig ist die mysteriöse Energie, die sie verbindet. Diese fliesst während eines Konzerts aufs Publikum über, das sehr schnell Teil des musikalischen Geschehens wird.

-> REVIEWS: “DrumSights – NOW”

Kein Land verfügt über eine solche Dichte an herausragenden Schlagzeugern wie die Schweiz – das ist nicht Wunschdenken, sondern längst eine unbestrittene Tatsache. Welchen Anteil daran fasnächtliche Basler und Luzerner Trommeltraditionen oder Kapellen von der Dorf- über Polizei- bis zur Marsch- und Militärmusik haben, darüber gehen die Meinungen hingegen auseinander. Pierre Favre jedenfalls, dieser grosse Poet, der hierzulande wie kein Zweiter mit Trommeln, Becken, Gongs, Sticks und Besen zu singen vermag, dieser Meister der rhythmischen Töne, Farben und Nuancen, Pierre Favre ist keiner, der aus diesen Traditionen kommt.

Vor Jahren schon hat er darauf hingewiesen, dass sein Schlagzeug- und Perkussionsspiel rein gar nichts mit der Marschtrommel zu tun hat. Seine Trommel ist nicht blosse Taktgeberin, sondern rhythmischer Klang, und sein Spiel ist Melodie. Seit Mitte der 1970er-Jahre tritt er solo auf, 1984 veröffentlichte er bei ECM ”Singing Drums” mit Paul Motian, Nana Vasconselos und Fredy Studer, und seither hat er zwar sein Instrumentarium kontinuierlich erweitert, aber das gemeinsame ”Singen mit Perkussionisten” stetig weiterverfolgt. Seine Zusammenarbeit mit Lucas Niggli, seine Duo-CD mit Fredy Studer und seine Ensembles bis hin zum Oktett ”The Drummers” sind wunderbar klingende Zeugnisse davon.

Mit dem Perkussionsquartett DrumSights setzt Favre seit fünf Jahren seinen Weg so konsequent wie vergnüglich fort. ”Now” ist zwar grösstenteils komponiert – fünf der zwölf Songs sind von Zangger, Lauterburg und Jaeger, die übrigen von Pierre – aber wo improvisiert wird, lässt sich kaum ausmachen. Die Kompositionen wirken zu keinem Zeitpunkt konstruiert, vermitteln vielmehr ein Gefühl von Spontaneität und Ursprünglichkeit. Und die Stücke sind so abwechslungsreich, so vielfarbig, aber trotzdem in sich stimmig und alles andere als kunterbunt, sie sind so klug und raffiniert, dass wir uns liebend gerne in den rhythmischen Klangkosmos hineinziehen lassen – vom Anfang bis zum Schluss.

Diese Musik ist Atem und Luft, Feuer und Himmel, Wasser und Erde und Raum. Die rhythmischen Kulturen Afrikas und Europas scheinen so zusammengewachsen wie Körper und Geist. Die Melodien sind von Intelligenz, Lust und Subtilität durchdrungen, Favres sicheres Gefühl für Dramaturgie und Ästhetik liegt dieser Zusammenarbeit hörbar zugrunde. Das musikalische Geschenk, das uns dieses Quartett macht, ist mit Überraschungen gespickt, hält intensive Momente bereit, will uns aber nicht andauernd bedrängen. Es findet eine wohltuende Balance zwischen Spannung und Entladung und steigert seine Wirkung noch dadurch erheblich, wie und wo es Pausen setzt und integriert: Das ist meisterhaft.
Steff Rohrbach

Cadence Magazine vol 38

the independent journal of creative improvised music

Interview mit Pierre in New York —> Interview als pdf

Pierre Favre, Samuel Blaser and Philipp Schaufelberger @ The Stone 3/13/12

3 people I never heard of! It was a fantastic ensemble. I bought a CD of the drummer’s when I was there the week before. I love it and didn’t want to miss what might be my one chance to see him live. That was a good move since he is incredibly awesome.

I loved having a trombone and guitar to round out the trio.

Aktuelle CD: Pierre Favre Ensemble: Le Voyage

Mit “Le Voyage” nimmt das Pierre Favre Ensemble den Zuhörer mit auf eine Reise. Ohne vertrauten Regelen, wird hier einfach gespielt und dabei entstehen die unterschiedlichsten Bildern in den Köpfen des Zuhörers. Pierre Favres Kompositionen sind geprägt von Spannungen und Klängen. Mit den unterschiedlichsten Perkussionsinstrumenten vermag er Geschichten zu erzählen. Ein Album mit viel Rhythmus aber auch viel Melodie.

Erschienen ist das Album beim Intakt Records.

Erhältlich unter anderem bei amazon.de. [ reinhören ]

“Ich mache einfach sehr gerne, was ich nicht kann.”

Interview Novembre 2010 von Lucas Niggli “Kein anderer Musiker hat vermutlich so lange so intensiv mit Pierre Favre zusammengespielt, zusammen gearbeitet, zusammen gedacht und geredet wie der Schlagzeuger Lucas Niggli, als langjähriger Schüler, als Musiker in mehreren Gruppen von Favre, als Partner, als Freund. Darum haben wir Lucas Niggli gebeten, Piere Favre zu interviewen. Und tatsächlich ist daraus ein ganz außergewöhnliches Interview geworden. Das ist Pierre Favre, wie wir ihn schätzen und lieben: ein offener, scharfsinniger, sensibler Geist, ein Meister, wie Niggli ihn nennt, ein neugieriger Musiker, ein großer Pädagoge – ein verschmitzter Geschichtenerzähler.”

Dieses Gespräch mit dem Schlagzeuger Pierre Favre führte der Schlagzeuger Lucas Niggli für das Jazz’n’More Magazin.

Pierre Favre – Der Reisende

Pierre Favre ist nicht einfach nur ein Schlagzeuger. Von vielen Nachwuchskräften seines Fachs wird er mit geradezu religiöser Inbrunst verehrt – und auch seine Musik ist von einer spirituellen Kraft geprägt. Zeit für einen Besuch in Uster, einem Dorf in der Nähe von Zürich, wo Pierre Favre seit Jahren wohnt.

Rolf Thomas, Jazzthing, Februar/März 2011

Die Bühne, ein Drumset, beginnen….

Der Schweizer Drummer Pierre Favre mit großem Ensemble.

Thomas Hein, Concerto, Österreich, Dezember 2010